RADIOWELT Das Radiomuseum in Innsbruck
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RADIOWELT Das Radiomuseum in Innsbruck

Oswald Redlich Strasse 11 6020 Innsbruck

1906 war die Geburtsstunde des Radios

Nach erfolgreicher Entwicklung einer Hochfrequenzmaschine gelingt dem kanadischen Techniker Reginald Aubrey Fessenden am Heiligen Abend erstmals die drahtlose Übermittlung der menschlichen Stimme. Funker auf den Schiffen der Küste Neufundlands empfangen statt Morsezeichen Händels „Largo“ und eine Weihnachtsansprache. Der Initiator dieser Sendung bittet mögliche Empfänger um Nachricht über Empfang und Qualität. Das Ereignis gilt als die Geburtsstunde des Rundfunks.

Das Radio entwickelte sich rasch zum wichtigsten Kommunikationsmittel. Der Röhrenempfänger (Gemeinschaftsempfänger) löste den Detektor (Einzelempfänger) ab. Die Sammlung in der Radiowelt von Silvio Mersa gibt Einblick in die wichtigsten Entwicklungsschritte auf dem Gebiet der Gerätetechnik.

Radio zu hören ist heute wirklich nichts besonders Sensationelles. Das Radio ist ständiger Begleiter, es läuft und läuft – eine Selbstverständlichkeit die einfach zum Leben gehört. Doch was man heute ohne viel nachzudenken genießt, ist noch nicht so alt. 1926 wurde ein Sendemast in Aldrans errichtet (die originale Senderöhre ist auch eine der Raritäten welche im Museum ausgestellt ist) und die Sendestation gebaut und erst im Jahr 1927 gab es in Tirol die ersten Radiosendungen. Es waren nicht sehr viele, die dieses Vergnügen erleben durften, denn Radios waren sehr kostspielig und die Zeiten nicht gut. Die Radios von damals waren Meisterwerke der Tischlerkunst, aus poliertem Edelholz gefertigt, das Innenleben bestand aus einer beachtlichen Anzahl von verschiedenen Röhren, die Technik, nur Insidern ein Begriff, war respekteinflößend, das Gerät selbst empfindlich und der Empfang nicht immer perfekt.  

Ein bekannter Röhrenempfänger aus der Anfangszeit des Hörfunks ist der „Volksempfänger“ (1933), der bereits für den Gemeinschaftsempfang ausgelegt war und als Propaganda-Medium („Ganz Deutschland hört den Führer“) in Massen produziert wurde. Der erste Apparat, Modell VE301 wurde am 18. August 1933 auf der „Internationale Funkausstellung in Berlin“ präsentiert.

Am 22. März 1935 begann Deutschland, als erstes Land der Welt, mit der Ausstrahlung eines regulären Fernsehprogramms. Da die Empfangsgeräte im Handel sehr teuer waren, wurden in Berlin öffentliche „Fernsehstuben“ eingerichtet, in denen man das Programm kostenlos verfolgen konnte. Die Neuigkeit lockte schon bald bis zu 3000 Besucher am Tag an.